Das Jahr 2015 brachte für mich eine grosse Erleichterung: Ich bin nun pensioniert, brauche keine Vorlesungen mehr zu halten, Studenten bei ihrer Dissertation begleiten, Prüfungsarbeiten korrigieren u.a.m. Dafür habe ich mehr Zeit zum Bücherschreiben: orbücher, Liederbücher mit den Gesängen unserer Komponistenseminare. Dazu kommen etliche Reisen mit Chorschulungen sowie einem Komponistenseminar: Nach Pontianak / Borneo (März), nach Batam und Singapur (Juni), nach Toraja / Celebes (August), nach Makassar / Celebes (Anfang Dezember). Freilich muss ich nun mehr als früher auf meine Gesundheit achten; darf mich nicht überanstrengen. Dasselbe gilt auch für meinen Mitarbeiter und treuen Begleiter Paul.
Konzert mit dem balinesischen Gamelanorchester
Neu war in diesem Jahr das gemeinsame Musizieren: Das Komponistenseminar in Toraja bereiteten wir vor, indem wir regelmässig auf unseren Instrumenten die Torajamusik imitierten, wie sie auf unseren Videoaufnahmen von lokalen Musikern gespielt wurde. Das Chorkonzert Ende November mit den neuen balinesischen Gamelaninstrumenten erarbeiteten wir im monatelangen Üben. Die einwöchige Chorleiter- und Organistenschulung hier in unserem Zentrum im Juni war sicher auch diesmal ein Höhepunkt nicht nur für die Teilnehmer sondern auch für das Team unseres Zentrums.
Zum ersten Mal haben wir heuer damit begonnen, eine "Upgrading" für Ehemalige unseres Organisten-Fernkurses zu veranstalten. Das sind grösstenteils Einzelgänger, die oft mit ihren Problemen nicht fertig werden. Die Erfahrungen aus dieser ersten Veranstaltung werden wir im nächsten Jahr weiter entwickeln. Doch es gab auch Probleme ganz anderer Art: Die Trockenzeit war in diesem Jahr aussergewöhnlich heiss. Dazu kamen Wald- und Buschbrände vor allem in Sumatra und Borneo mit gewaltiger Rauchentwicklung, worunter nicht nur die lokale Bevölkerung litt, sondern auch die Menschen in Malaysia und Singapur. Zum Glück waren wir hier in Java davon verschont. Monatelang hatte man vergebens versucht, über diese Brände Herr zu werden, bis das Feuer dann durch den lang ersehnten Tropenregen endgültig gelöscht wurde.
Probleme gab es auch mit meiner Gesundheit: wenn ich übermüdet bin, wirkt sich das auf die Bakterien in meinem Bein aus (Phlegmone/Zellulitis). Das geschah z.B. nach einer anstrengenden Karwoche im April. Doch aus Schaden wird man klug.
Wenn alles gut geht, werden Paul und ich Ende Juni 2016 nach Deutschland fliegen und bis Anfang August bleiben. In Weinheim steht die Taufe des jüngsten Prier an; aber wir hoffen in den Begegnungen und Gesprächen, Konzerten u.a.m. wieder neue Ideen für Indonesien aufzupicken.
Ich möchte nicht schliessen, ohne euch allen "Frohe Weihnachten und ein gesegnetes Neues Jahr"zu wünschen.Bis auf ein Wiedersehen grüsst euch allePater Prier und Paul
Druckversion